Jeder Mensch hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen

Artikel 14 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte

Förderverein internationales Fluchtmuseum e. V.

Wir verbinden Geschichte und Gegenwart,
damit Fluchtereignisse und Fluchtursachen nicht in Vergessenheit geraten 

Ein Dokumentations,- Informations-, Bildungs- und Solidaritätsprojekt in Oldenburg,
der Metropolregion und über Grenzen hinweg.

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"Faire Supermärkte?!"

Kleine Informationsausstellung

 

Zentrum „MaroKher“ des Freundeskreises für Sinti und Roma in Oldenburg e.V.
Münnichstraße 37, Oldenburg-Kreyenbrück

Öffnungszeiten: Montag – Donnerstag, 11 – 18 Uhr, Freitag, 11 – 14 Uhr

Ausstellungsdauer: 03. - 14. April 2017

 

Im Rahmen des europäischen FOOD VISION Fotowettbewerb 2015 entstanden Bilder von Menschen aus ganz Europa, die ihre Visionen einer fairen Zukunft zeigen. Eine Ausstellung der Christlichen Initiative Romero*.

Der Freundeskreis für Sinti und Roma in Oldenburg e.V. zeigt bis zum 14. April in seinem Zentrum "MaroKher" in der Münnichstr. 37, Oldenburg-Kreyenbrück eine kleine Informationsausstellung zu den Themen Lebensmittelproduktion in den Ländern des Südens, Preiskampf der Einzelhändler, Müllaufkommen, Klimawandel und entwicklungspo-litische Verantwortung.

 

Ein Beitrag für das Projekt "Fair Trade Town Oldenburg".

Die Ausstellung soll zur Meinungsbildung beitragen und anregen, persönlich Verantwortung als Konsument*in zu übernehmen.

Der Eintritt ist frei.

Ein Gemeinschaftsprojekt von:
Förderverein internationales Fluchtmuseum e.V.
Ökumenisches Zentrum Oldenburg e.V.
Freundeskreis für Sinti und Roma in Oldenburg e.V.

Foto: Privat

Weitere Informationen:
Christel Schwarz   - 0171 - 777 00 78
Ulrich Hartig        - 0157 - 74 50 33 27 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 

*Eine Stimme für Gerechtigkeit!

Die Christliche Initiative Romero (CIR) setzt sich seit 1981 für Arbeits- und Menschenrechte in Ländern Mittelamerikas ein. Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Unterstützung von Basisbewegungen und Organisationen in Nicaragua, El Salvador, Guatemala und Honduras sowie die Kampagnen- und Bildungsarbeit in Deutschland. Ziel ist, durch solidarisches Handeln eine Brücke zwischen den Ländern des Südens und Deutschland zu schlagen. Im Sinne ihres Namensgebers, des 1980 ermordeten salvadorianischen Erzbischofs Oscar Arnulfo Romero, setzt sich die Christliche Initiative Romero gegen Ungerechtigkeitsverhältnisse ein und ergreift Partei für die Armen.

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Direktorin der neuen niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung zu Gast in Oldenburg

Text und Foto von Sven Hunger-Weiland

 

OLDENBURG/AMMERLAND. Viele kennen sie noch aus ihrer Schulzeit, die Zeitschriften zu verschiedenen Themen der politischen Bildung, die von der Landeszentrale für politische Bildung herausgebracht wurden. Doch vor zwölf Jahren wurde diese Einrichtung in Niedersachsen eingestampft – zu ineffizient sei sie gewesen, wie Kritiker monierten.

Doch unter der rot-grünen Landesregierung erfährt sie eine Renaissance, und ihre neue Direktorin, Ulrika Engler, macht gerade eine Werbetour für ihre Einrichtung, die sich jetzt jedoch völlig neu präsentiert.

Normalerweise arbeitet sie im politischen Zentrum Niedersachsens – in der Landeshauptstadt Hannover. Doch vorerst treibt es sie in die Fläche: „Bevor ich darauf warte, dass mich die Leute aufsuchen, möchte ich mich erst einmal bekannt machen“, erklärt sie lächelnd.

Kürzlich machte sie  auf Einladung des Förderverein internationales Fluchtmuseum auch in Oldenburg halt: an der neuen Straße „Weiße Rose“ bei der ehemaligen Donnerschwee-Kaserne. Dort hat auch das Zentrum für politischen Bildung „Weiße Rose“ seinen Sitz.

 

„Wir haben viele Leute mit Funktionen in Vereinen wie IBIS oder der Koordinierungsstelle gegen Rechts, aber auch Vertreter der Stadtverwaltung sowie Lehrer eingeladen, Ulrika Engler kennen zu lernen“, berichtet Ulrich Hartig, Gründer des Fördervereins.

Und das Interesse scheint groß, wie der Stuhlkreis bewies: Über 30 Personen waren gekommen, um die neue Direktorin kennen zu lernen. Das kam Ulrike Engler sehr gelegen: „Meine Aufgabe wird es vor allem sein, ein Netzwerk zu installieren, damit Vereine, Verbände und andere Multiplikatoren die Inhalte der Landeszentrale kommunizieren können.“

Acht Stellen wurden dafür in Hannover geschaffen, die jetzt nach und nach besetzt werden. Im Mai soll die Zentrale offiziell ihre Arbeit aufnehmen. Aber wer jetzt auf die bekannten Heftchen wartet, wird enttäuscht: „Auch wir setzen natürlich auf die Digitalisierung. Es gibt im Netz unheimlich viel Material – unsere Aufgabe wird es sein, es zu selektieren und aufzubereiten, damit es beispielsweise im Unterricht genutzt werden kann.“

Vor allem bei Jugendlichen sieht sie einen großen Bedarf nach Inhalten. „Jugendliche möchten sich positionieren, brauchen dazu aber möglichst neutrales Hintergrundwissen. Und das wollen wir liefern.“ Doch das ist nicht einfach im Internetzeitalter: „Im Web wird bekanntermaßen sehr viel produziert. Wir möchten die Grundlagen schaffen, Fakten und Fake voneinander unterscheiden zu können.“

Dabei ist die neue Zentrale aber nicht mehr dem für die Schulen zuständigen Kultusministerium unterstellt, sondern vielmehr dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur: „Auch das soll unterstreichen, dass wir uns nicht mehr ausschließlich den Schulen, sondern auch anderen Institutionen und Bevölkerungsgruppen zuwenden möchten“. Allerdings sei der Bedarf bei Schulen weiterhin sehr hoch. Das zeigt wohl auch nicht zuletzt das Interesse an der aktuellen Runde: Allein zehn Referendare und Lehrer aus dem Politikunterricht waren angereist, um sich ausgiebig zu informieren.

Und Schwerpunktthemen gibt es schon zuhauf: Ob Demokratie 3.0, Populismus und Extremismus oder auch Europa – an aktuellen politischen Themen mangelt es der Zentrale nicht. Dabei legt Ulrika Engler wert auf Neutralität: „Es bleibt ein absolutes Grundprinzip, dass Themen kontrovers dargestellt werden.“ Ein Kuratorium, das mit Vertretern der Parteien und einem wissenschaftlichen Fachbeirat besetzt ist, soll dies sicherstellen.

Die Oldenburger waren übrigens die ersten, die sie eingeladen haben, was ihrem Konzept entgegen kommt: „Wir möchten auch aus dem fernen Hannover immer wieder in die Fläche gehen, um präsent zu sein“, erklärt sie. ___________________________________________________________________________________________________________________________________________

Vortrags- und Diskussionsveranstaltung

mit Kerem Schamberger

Der Putsch im Putsch – Aktuelle Situation in der Türkei und Nordkurdistan

7. April 2017,  19.00 Uhr, städtisches Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3, Oldenburg

 

 

Mit dem Putschversuch von Teilen des Militärs und seiner Niederschlagung durch AKP-treue Spezialeinheiten und Polizei, begann in der Türkei und in Nordkurdistan eine neue Ära. Sämtliche Konkurrenten der Regierungspartei in den Behörden, Ministerien, Universitäten und im Militär wurden seit dem 15. Juli 2016 ausgeschaltet. Mehr als 150000 Entlassungen und Suspendierungen, mehrere zehntausend Inhaftierungen und eine komplette Umstrukturierung des Militärs sprechen für sich. Die faschistische Partei der Grauen Wölfe, MHP, und rechtsnationalistische Teile der Republikanischen Volkspartei CHP stehen in einer „Koalition der Nationalen Einheit“ in zentralen Fragen hinter der AKP und Staatspräsident Erdogan. Das verbindende Element dabei ist Nationalismus und Kurdenhass. Dieser äußerte sich vor allem in der Inhaftierung tausender HDP- und DBP-PolitikerInnen, darunter 12 gewählte Parlamentsabgeordnete, und der Zerstörung dutzender HDP Parteibüros. Zudem gibt es so gut wie keine kurdischen und pro-demokratischen Medien mehr. Derzeit arbeitet die „Koalition der Nationalen Einheit“ an einer tiefgreifenden Verfassungsänderung, die das Land nun auch formal in eine Präsidialdiktatur verwandeln würde. De facto ist dieses bereits geschehen. Die einzigen, die noch Widerstand leisten, sind auf parlamentarischer Ebene die Demokratische Partei der Völker, HDP, die kurdische Freiheitsbewegung in Nordkurdistan, sowie die schwach verankerte linke und gewerkschaftliche Bewegung in der Türkei.

Wird dies ausreichen, um der faschistoiden AKP-Diktatur Einhalt zu gebieten?

Dies diskutieren wir mit dem Referenten Kerem Schamberger, u.a. Mitglied der marxistischen Linken, Mitarbeiter des Instituts für sozialökologische Wirtschaftsforschung isw e.V. und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kommunikationswissenschaft an der LMU München.

 

Eine Veranstaltung des Oldenburger Friedensbündnisses in Kooperation mit der Attac-Regionalgruppe Oldenburg, dem Kreisverband Oldenburg der GEW, der Regionalgruppe des Demokratischen Gesellschaftszentrums der KurdInnen in Deutschland (NAV-DEM) und dem Förderverein internationales Fluchtmuseum e.V.

ViSdP: Johannes Petrich, Wardenburg

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Lesung und Diskussion


MARINE LE PEN

Vom Aufstieg einer gefährlichen Frau und dem Rechtsruck in Europa.

Tanja Kuchenbecker, Journalistin und Autorin, Paris

Donnerstag, 16. März 2017, 19 Uhr

IBIS- Veranstaltungshalle, Klävemannstr. 16, Oldenburg

Eintritt frei


Kuchenbecker, Tanja
Seit Marine Le Pen im Januar 2011 von ihrem Vater Jean-Marie Le Pen die Führung der ausländerfeindlichen, antiislamischen, rechtextremist-ischen Front National (FN) übernommen hat, eilt die Partei von Erfolg zu Erfolg. Ihr großes Ziel: die Präsidentschaft im Mai 2017 – und ihre Partei neben den Sozialisten und  konservative Republikanern als dritte große Kraft zu etablieren. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, denn mit jeder Wahl wächst die Zahl der Stimmen. Gleichzeitig ist Frankreich eines der wichtigsten und einflussreichsten Länder der Welt. Es ist Atommacht, hat einen permanenten Sitz im Weltsicherheitsrat, ist zentraler Partner in Europa. Nun steht das Land vor einem epochalen Einschnitt – mit großen Auswirkungen für Europa und die Welt. Tanja Kuchenbecker lebt seit mehr als zwei Jahrzehnten in Frankreich und hat als Journalistin den beispiellosen Aufstieg des Front National und Marine Le Pens aus nächster Nähe verfolgt, auch in persönlichen Begegnungen. Anschaulich und voller spannender, unbekannter Details beschreibt sie in ihrer Biografie „Marine Le Pen – Tochter des Teufels“ deren Weg, Motive und Strategie. Dazu fragt sie: Wie konnten die Ziele und Werte des FN bis in die breite Gesellschaft hinein salonfähig werden? Und wie kommt es, dass Marine Le Pen als die Vorreiterin einer neuen europäischen Bewegung am rechten Rand gilt, als Vertreterin eines gefährlichen Zeitgeistes, exzellent vernetzt mit den rechtsextremen Parteien in Deutschland, Polen, Ungarn, Österreich und Großbritannien? Ihr Erfolg ist eine Warnung für Europa. In vielen Teilen ist ein Rechtsruck längst deutlich zu spüren, Aggressionen und Fremdenhass nehmen zu. Tanja Kuchenbecker gelingt mit dieser Biografie nicht nur das Porträt einer furchteinflößenden Politikerin, sondern auch eine klare Analyse der Gefahren für Deutschland und Europa.

Text u. Foto: Herder Verlag,

Veranstalter: Förderverein internationales Fluchtmuseum e.V.
Kooperationen: Koordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit, Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus, beide Oldenburg u. Rosa Luxemburg Stiftung Nds.

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Büchersegen für das Gröschler - Haus in Jever

 

Hartmut Peters (von links), Ulrich Hartig, Volker Landig, Peter Tolksdorf und Uta Esselborn.

Bild: Antje Brüggerhof/NWZ
 

Aus dem privaten Buchbestand übergibt der Vorsitzende des Fördervereins Internationales Fluchtmuseum e.V., Oldenburg, Ulrich Hartig eine erste Kiste mit Literatur zu den Themen Jüdisches Leben und Holocaust an das Gröschler-Haus in Jever. Der Förderverein hat bis auf ein Büro keine eigenen Räume. Durch Umzug verringert sich die Nutzfläche erheblich und die Fachbibliothek muss ausgelagert werden. Im Gröschler- Haus werden die Bücher öffentlich nutzbar gemacht und dienen hier der persönlichen Recherche und der Forschung. 8.3.2017

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Auschwitz als Steinbruch

Vortrag von Thomas Willms

Samstag, 4. März, 16 Uhr, Stadtmuseum Oldenburg,

Willms, Thomas: Auschwitz als Steinbruch

Wie die Verbrechen des NS-Regimes vergegenwärtigt werden, ist zunehmend einem ökonomischen und ideologischen Markt überlassen. Aus dem Zusammenhang gerissene Bilder haben bereits einen maßgeblichen Einfluss auf das Geschichtsbild. Dieser Prozess ist international und überlagert nationenspezifische geschichtspolitische Probleme. Thomas Willms stellt dar, was von den NS-Verbrechen bleibt, welche Aspekte der Erinnerungen von Zeitzeugen von Anfang an ignoriert wurden und welche Missverständnisse die Vorstellungen über Konzentrationslager bestimmen. In Essays, Analysen und Recherchen befragt er literarische und philosophische Werke, Museen, Filme, Fernsehserien, Graphic Novels, ein Puppenspiel und die Reenactment-­Bewegung danach, wie apologetisch oder aufklärerisch sie sich mit dem Zweiten Weltkrieg und den deutschen Massenverbrechen auseinandersetzen. Die Streifzüge beginnen in Italien und führen über Deutschland, Frankreich, Polen und Großbritannien in die USA. 

 

Thomas Willms, *1967, Diplom-Politikwissenschaftler, Bundesgeschäftsführer der Vereinigung der Verfolgten des Nazi­regimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA).

Eintritt frei

Veranstalter: Förderverein internationales Fluchtmuseum e.V.

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Jugendliche Migrant*innen nehmen Audioguide für Stadtmuseum Oldenburg auf

Oldenburger Jugendliche mit Migrationshintergrund haben einen Audioguide für das Stadtmuseum Oldenburg aufgenommen. Am Samstag, 25. Februar, um 11 Uhr stellen sie ihn der Öffentlichkeit vor und laden Interessierte herzlich ein, den audioguideOL_me in den historischen Villen des Museums auszuprobieren.

Die neun Jugendlichen im Alten von 12 bis 17 Jahre aus dem Irak, Syrien, Iran und aus Guinea haben sich in den letzten Monaten mehrmals in den Villen des Stadtmuseums getroffen, um mehr über die Kultur ihrer neuen Heimat zu lernen. In verschiedenen Workshops konnten sie dabei das Museum selbständig erkunden und mehr über die Hintergründe der historisch gestalteten Räume erfahren. Während der Workshops entstanden Beschreibungen zu sieben Räumen, in denen die Jugendliche erzählen, von welchen Objekten sie sich besonders angesprochen fühlen. Dabei schildern sie Erinnerungen an ihre alte Heimat, an ihre Eltern und Großeltern, aber auch Gedanken zu ihrer Zukunft kommen zum Ausdruck. Diese sehr persönlichen Eindrücke haben sie für den audioguideOL_me des Stadtmuseums Oldenburgs im Radiostudio des Lokalsenders „Oldenburg eins“ selbst eingesprochen.

Über das Projekt audioguideOL_me/http://audioguideolme.de/

audioguideOL_me ist im Rahmen des Förderprogramms „von uns für uns. Museum macht stark“ der Bildungsoffensive „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung realisiert worden. Für das Projekt kooperiert das Stadtmuseum Oldenburg mit dem „Förderverein internationales Fluchtmuseum“ und dem Lokalsender „Oldenburg eins“. Der „Förderverein internationales Fluchtmuseum“ setzt sich als Verein für die Begegnung und den Austausch und somit für eine erfolgreiche Integration von Migranten ein. Der Lokalsender „Oldenburg eins“ bietet als Radio- und TV-Sender die Möglichkeit der aktiven Beteiligung an der sozialen, politischen und kulturellen Kommunikation in der Stadt und Region Oldenburgs. Betreut wurde das Projekt audioguideOL_me von den freien Kulturvermittlern Christian Kohfeldt und Kristina Sinn.

Text: Carsten Lienemann, online-magazin ganz-oldenburg

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Ein Stolperstein für Johann Gerdes

 Am Mittwoch, 22. Februar 2017, verlegte der Künstler Gunter Demnig am Neusüdender Weg 50, dem ehemaligen Haus des KPD-Mitglieds und Oldenburger Landtagsabgeordneten Johann Gerdes, einen Stolperstein. Initiatoren und Kooperationspartner der Aktion sind der Förderverein internationales Fluchtmuseum e.V., die CVJM/Gruppe junger Erwachsener/Thomaskirche Ofenerdiek und die DKP Oldenburg.

Johann Gerdes, geboren am 16. April 1896 in Groß Bornhorst, war ein deutscher Politiker (KPD), Abgeordneter im Oldenburgischen Landtag und das erste NS-Opfer in Oldenburg i. O.

Als Abgeordneter kümmerte er sich vorrangig um die Landwirtschaftspolitik und um die Auseinandersetzung mit der regierenden NSDAP. Anfang März 1933 wurde er nachts von einem SA-Trupp aus seinem Haus gelockt und zusammengeschlagen. Anschließend schoss der SA-Führer Ludwig Thielebeule auf Gerdes. Drei Tage später starb Gerdes im Krankenhaus.

Photo und Text: Carsten Lienemann, online-magarzin ganz-oldenburg

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Erinnerungen aus Versteck geholt

von Stefan Idel / NWZ Wildeshausen

Die Oma einer früheren Schülerin hatte die Aufzeichnungen verwahrt. Nun wurden sie als Broschüre veröffentlicht.

 Wildeshausen „Diese Geschichte habe ich als Andenken an unsere Mutter aufgeschrieben. Außerdem für alle anderen Umsiedlermütter, welche nach 1945 noch mehrere Jahre in der alten Heimat, in dem ehemaligen Ostdeutschland, unter sehr schweren Verhältnissen leben mussten. Sie sind alle stumm gestorben.“ – So schreibt es Susanne Stübner in ihren Erinnerungen unter dem Titel „Meine Vertreibung aus Breslau“. Der 36-seitige Zeitzeugenbericht könnte einmal ein Standardwerk im Geschichtsunterricht werden.

Die Broschüre, gerade veröffentlicht bei „Gegendruck“ in Oldenburg, hat eine ganz besondere Geschichte: Fachlehrerin Dr. Petra Schönemann-Behrens stellte im März vergangenen Jahres im Prüfungskurs Geschichte am Gymnasium Wildeshausen die Frage, in welchen Familien noch über Erlebnisse aus der Kriegs- und Nachkriegszeit gesprochen werde. Der Kurs befasste sich damals gerade mit dem Abiturthema „Flucht und Vertreibung“.

Rotes Ringbuch

Schülerin Theresa Wessels aus Harpstedt berichtete, dass ihre Oma Margot Wessels noch Aufzeichnungen einer Freundin über die Flucht aus Breslau verwahre. Susanne Stübner, die heute in Weixdorf im Norden von Dresden lebt, ist diese Freundin. Die heute 82-Jährige hat 1994/95 ihre Erinnerungen an die Kindheit in Schlesien und die Vertreibung zu Papier gebracht.

Als Theresa Wessels das rote Ringbuch mit den Aufzeichnungen Stübners mit in den Unterricht brachte, habe dies spürbar beeindruckt. Die Lektüre der Autobiographie bringe den Schülerinnen und Schüler die Ereignisse weitaus näher als kurze Quellentexte im Geschichtsbuch, meint Kurslehrerin Schönemann-Behrens. „Das ist eine wirkliche Erinnerung.“ Stübner beschreibe die Ereignisse mit den Augen und dem Herzen eines Kindes – gerade das mache den Bericht authentisch. In ihrem Werk beschreibt die Autorin unter anderem, wie die Familie aus Breslau fliehen musste, bei minus 20 Grad die Nächte im Freien verbrachte, Verwandte starben oder der geliebte Vater ins Lager nach Russland verschleppt wurde.

Schönemann-Behrens und der Förderverein Internationales Fluchtmuseum aus Oldenburg mit seinem 1. Vorsitzenden Ulrich Hartig bemühten sich bei der Autorin erfolgreich um eine Drucklegung ihrer eigentlich ganz privaten Aufzeichnungen. Dank mehrerer Sponsoren gelang es, die Broschüre unter dem Titel „Meine Vertreibung aus Breslau“ herauszugeben. Zunächst wurden 1000 Exemplare gedruckt.

Schulen bestellen

Der Prüfungskurs Geschichte am Gymnasium Wildeshausen erhielt am Dienstag den ersten Satz der Broschüren. Die Schüler sollen die Autobiographie lesen, ein Lesetagebuch führen und die Problematik herausarbeiten, wie Schönemann-Behrens erläuterte. „Ich bin gespannt auf die Ergebnisse.“ Auch weitere Schulen in der Region, insbesondere Gymnasien und Gesamtschulen, können für ihre Oberstufen kostenlos einen Klassensatz beim Förderverein Fluchtmuseum bestellen.
Schulen können die Broschüren bestellen unter E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

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Ausstellung

Aus Niedersachsen nach Auschwitz

 

Die Verfolgung und Ermordung der Sinti und Roma in der NS-Zeit

20. Februar - 19. März 2017

Stadtmuseum Oldenburg,

Di. - So., 10 - 18 Uhr

Am Stadtmuseum 4 - 8

Von: Niedersächsischer Verband Deutscher Sinti e.V. in Zusammenarbeit mit dem Historischen Seminar der Leibniz Universität Hannover

Ein Projekt des Fördervereins internationales Fluchtmuseum e.V. in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis für Sinti und Roma in Oldenburg e.V.

 

Eröffnung: 20. Februar, 18 Uhr

Begrüßung: Bürgermeisterin Christine Wolff (Bündnis 90/Die Grünen) und Christel Schwarz, 1. Vors. des Freundekreises

Vortrag: Dr. Hans Hesse zur Verfolgung der Sinti und Roma

Einführung in die Ausstellung: Boris Erchenbrecher, Historiker und Kurator

Musikalische Begleitung: Ensemble "Sinti-Swing Oldenburg"

 

 

 

Begleitprogramm

Samstag, 25. Februar, 17 Uhr,

"THE AWAKENING"

Film und Gepräch mit dem Regisseur Kenan Emini, Götingen von der Initiative "Alle bleiben"

IBIS-Halle, Klävemannstr. 16, Oldenburg

http://www.alle-bleiben.info/The Awakening (das Erwachen) ist ein Zustand der Lebensrealität von Roma, die abgeschoben wurden. Welchen psychologischen Effekt hat die Abschiebung auf die Menschen? Wie ergeht es den Kindern und Jugendlichen, die in Deutschland aufgewachsen sind und nun in einem fremden Land aufwachen, fern von ihren Freunden und ihrem gewohnten Umfeld? Der Film gewährt einen Einblick in diesen Zustand des Erwachens bzw. des Entsetzens der Betroffenen, die Deutschland als ihre Heimat betrachtet haben und sich nun in einem für sie fremden Land völlig neu orientieren müssen und vermittelt ein authentisches Bild über die Schockerfahrung Abschiebung. Zugleich zeigt er Rassismus und Diskriminierungen auf, mit denen Roma in verschiedenen Ländern Europas konfrontiert werden.

Eintritt frei

Veranstalter: Förderverein internationales Fluchtmuseum e.V.

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Alle Welt ist anders – Neue und alte Heimat

Christine Bernsmann

Bunt und berührend zugleich.
Blitzgewitter, eine kleine Hütte, die Mutter am Ende des Flusses und Sehnsuchts-herzen an den Wänden. Ein Stück verlassene Heimat in Syrien und dem Irak.Und da ist das neue Leben mit Tannenbaum und Schneemann, es wird einfach integriert.
Iman Assad hat ihre eigene kleine Welt im Schaukasten – einem Dioramen – geschaffen.

Es sind überwiegend unbegleitete Kinder und Jugendliche aus den Kriegsgebieten, die in den beiden Sprachlernklassen der Oberschule Ofenerdiek unterrichtet werden.

Als die beiden engagierten Lehrkräfte Cornelia Fesser und Petra Stehr davon hörten, waren sie sofort überzeugt und konnten ihre jugendlichen Schützlinge für das Projekt „MuseobilBOX“ begeistern. Es fanden sich 18 interessierte Jungen und Mädchen, die mitmachen wollten.

Freiwillig, außerschulisch und mit ganz viel Neugier waren sie dabei. Mit einem umfangreichen Besuch im Landesmuseum Natur und Mensch und der laufenden Sonderausstellung „Alle Wetter!“ fing alles an. „Wie ist das Wetter denn heute in Homs?“ wollte Mohamed wissen. Ein Museum zum Selbermachen: Dörte Mittwollen, die Museumspädagogin, schleppte unzählige Materialien an, Kleber, Farben und alles was man zum Basteln so braucht. Die großen MuseobilBoxen für die Dioramen warteten auf ihre Gestaltung in den museumspädagogischen Räumen.

Vier kreative Tage lang haben Gulistan, Lenav, Nazi, Safera und alle anderen die Eindrücke aus ihren Geburtsländern sowie ihre Erfahrungen bei uns in Oldenburg in den Schaukästen verarbeitet. Acht wunderbare Dioramen konnten Samstag erstmalig präsentiert werden.

Und das Wetter? In Oldenburg fühlt man es. Aber wie ist es in der alten Heimat? Jetzt! Bei Ismat und Salah sind es heute auch nur 6 Grad. Viel zu kalt, meint auch Rizgar. Aus dem Verein „Kreativität trifft Technik“ lieferten Michael Pensler und Hauke Holst dafür wahre Ingenieurleistungen. Sie haben Mikroprozessoren zusammengebaut, und auf einem kleinen Display können die tagesaktuellen Wetterdaten aus den Herkunftsorten der beteiligten Jugendlichen an jeder Box abgefragt werden. Zwei Wochen haben sie getüftelt. Motivation und Begeisterungsfähigkeit sind die Gelingensfaktoren für ein solches Kooperationsprojekt. Darauf weist Dr. Peter-Rene Becker als leitender Museumsdirektor hin und bedankt sich für die große Offenheit und Bereitschaft aller Beteiligten. Insbesondere gilt dies für Christian Kohfeldt. Er ist gleichzeitig Initiator, Ideengeber, Projektentwickler und  Koordinator der verschiedenen Träger.

Mit Projekten wie diesem wird ein Museum zu einem Schauplatz sozialer Interaktion, und zunehmend interessanter und anziehender für die jüngere Generation.

Quelle: NWZonline, Photo: Martin Remmers

Der Förderverein internationales Fluchtmuseum e.V. ist mit dem Verein "Kreativität trifft Technik" und dem Landesmuseum für Natur und Mensch Projektpartner.

Das Thema "Wetter in meinem Geburtsland " verbindet sich mit den Problemen des Klimawandels als Migrationsmotor und Fluchtursache. Hier werden wir in Zukunft noch so manches "dicke Brett" zu bohren haben.

Ulrich Hartig

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Das Phänomen Anne Frank

 

David Barnouw, Amsterdam/NL, kommt nach Oldenburg!

Donnerstag, 26. Januar 2017, 19.00 Uhr,

Café Herz, Stedinger Straße 26, Oldenburg-Osternburg

Eintritt frei, Spenden willkommen

 

Anne Frank, 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen ermordet, ist das wohl bekannteste Holocaust-Opfer. Ihr Tagebuch ist weit über 20 Millionen Mal verkauft worden. Etwa eine Million Menschen besuchen jährlich das Hinterhaus in Amsterdam, in dem sich die Familie Frank von 1942 bis 1944 versteckt hielt. Der Historiker David Barnouw ist Mitherausgeber der wissenschaftlichen Ausgabe von Anne Franks Tagebuchtexten und beschäftigt sich seit vielen Jahren umfassend mit Anne Frank. Er zeigt eindrucksvoll, wie unterschiedlich das Schicksal des von den Nazis ermordeten jüdischen Mädchens in der Nachkriegszeit dargestellt wurde. Das Tagebuch der Anne Frank ist in verschiedenen Fassungen publiziert worden, und man hat Anne Franks Leben und Schicksal immer wieder anders verstanden und politisch instrumentalisiert. So nahm man Anne Frank in den ersten Jahrzehnten nach dem Erscheinen des Tagebuches nicht als junge Jüdin, sondern als ein unter anonymen Bedrohungen stehendes Mädchen wahr. In der DDR erschien eine Dokumentation der DEFA, die sich nicht mit der Person selbst, sondern mit den kapitalistischen deutschen Kriegs-verbrechern beschäftigte. Immer wieder wurden in der Bundesrepublik und in anderen Ländern auch Stimmen laut, die öffentlich Zweifel an der Echtheit des Textes äußerten.


Das Buch stellt Wahrnehmung und Wirkung Anne Franks umfassend dar und fragt nach den Motiven hinter den vielen Projektionen.


David Barnouw (1949) studierte Politikwissenschaften an der Universität Amsterdam.  1979 Mitarbeiter bei NIOD.
Während des Herbstsemesters 2008 und 2012 war er Gastprofessor an der University of Vermont in Burlington. Seine Interessengebiete sind die deutsche Besetzung der Niederlande, Probleme der Zusammenarbeit, nationalsozialistische Jugendbewegung, Propaganda, die Darstellung des Krieges in Filmen und Anne Frank.

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Demokratie beginnt mit Dir

Niedersachsen hat eine neue Landeszentrale für politische Bildung

Mit der Landeszentrale für politische Bildung gibt es in Niedersachsen wieder eine zentrale Anlaufstelle für die politische Bildungsarbeit, die koordiniert, vernetzt, sichtbar macht und neue Impulse setzt.

„Demokratie beginnt mit dir": Die Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung hat den Auftrag, die Demokratie zu stärken und das Verständnis für politische Sachverhalte zu fördern. Die Landeszentrale koordiniert Angebote der politischen Bildung in Niedersachsen und vernetzt Akteure. Zudem ermöglicht sie den Menschen in Niedersachsen neue Zugänge zu politischen Informationen.

Der Sitz der am 25. Januar 2017 eröffneten Landeszentrale ist in der Mitte Hannovers am Georgsplatz 18/19.

Die Landeszentrale für politische Bildung ist eine nichtrechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts im Geschäftsbereich des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur. Sie wird vom Land mit jährlich 870.000 Euro gefördert. Insgesamt werden in Niedersachsen rund zehn Millionen Euro im Jahr für die politische Bildung bereitgestellt.

Mehr Informationen: http://www.demokratie.niedersachsen.de/

Infokasten zu Kontakt:

Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung
Georgsplatz 18/19
30159 Hannover
Telefon: 0511 120-7500
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Internet: www.demokratie.niedersachsen.de

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Jugendliche zeigen das Wetter ihrer Geburtsländer

Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg

18 Schülerinnen und Schüler im Alter von 10-18 Jahren der Sprachlernklasse der Oberschule Ofenerdiek haben sich in den letzten zwei Wochen im Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg mit dem Thema „Wetter“ beschäftigt. Im Rahmen der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten „MuseobilBOX – Museum zum Selbermachen“ gestalteten die Jugendlichen aus Syrien und dem Irak mit vielfältigen Materialien kleine Dioramen mit Eindrücken aus ihrer alten Heimat.

Das Besondere daran: Auf einem kleinen Display werden in jeder Box auch die tagesaktuellen Wetterdaten aus den Geburtsorten der Jugendlichen angezeigt. Die Musemspädagogen Dörte Mitwollen und Christian Kohfeldt sowie der Oldenburger Verein „Kreativität trifft Technik“ und der „Förderverein internationales Fluchtmuseum“ unterstützten bei der kreativen und technischen Umsetzung.

Für zwei weitere Durchläufe des Projekts im März und April können sich interessierte Gruppen noch bewerben.

Zur Präsentation der Ergebnisse am 28. Januar um 11 Uhr laden wir Sie herzlich ins Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg ein!

Im Anschluss werden die Dioramen weiterhin in der aktuellen Sonderausstellung „Alle Wetter!“ präsentiert.

Zum Projekt:

Die MuseobilBOX ist ein Projekt des Bundesverbandes Museumspädagogik e.V. im Rahmen des Förderprogramms »Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung« des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Für das Projekt kooperiert das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg mit dem „Förderverein internationales Fluchtmuseum“ und dem Verein „Kreativität trifft Technik“. Der „Förderverein internationales Fluchtmuseum“ setzt sich als Verein für die Begegnung und den Austausch und somit für eine erfolgreiche Integration von Migranten ein, Im Verein „Kreativität trifft Technik“ führen Technikaffine und Kreativschaffende gemeinsam Projekte durch.

Quelle: Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg

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Das neue Buch von Dr. Ingo Harms, Oldenburg

Buchhaltung und Krankenmord

Die oldenburgische Anstaltsfürsorge 1932 - 1948

 

BIS-Verlag, Carl von Ossietzky Universität

zu beziehen über den Gedenkkreis Wehnen e.V., den Förderverein internationales Fluchtmuseum e.V., den Autor oder über den Buchhandel.

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"Heimat ist kein Land"

so der Titel eines Theaterstücks, das erfolgreich und gut besucht, von engagierten Mitarbeiter*innen und Besucher*innen von IBIS-Interkulturelle Arbeitsstelle e.V., Oldenburg entwickelt und im September 2016 in der Klävemannstr.präsentiert wurde.

Auch das Schicksal von Anne Frank wurde in dieses Stück eingebunden.

Darüber freuen wir uns sehr, denn diese Idee wurde von  einem IBIS - Mitarbeiter mit eigener Fluchterfahrung eingebracht, der anlässlich eines Besuchs der Gedenkstätte Bergen-Belsen (http://bergen-belsen.stiftung-ng.de/de/home.html ) mit Mitgliedern der Yezidischen Gemeinde Oldenburg Anne Frank "kennen lernte" und beeindruckt war.

In der Folge nahm er an einem Workshop des Anne-Frank-Zentrums Berlin in der Berufsbildenden Schule Syke teil  (Jugend führt Jugend durch die Anne Frank Ausstellung https://www.annefrank.de/wanderausstellungen/peer-guide-ausbildung/ ). Mit der arabischen Übersetzung des Tagesbuches der Anne Frank konnte er sich  für diese Veranstaltung zusätzlich qualifizieren. Der Besuch der Gedenkstätte, die Teilnahme am Workshop und die Beschaffung der arabischen Übersetzung wurde vom Förderverein internationales Fluchtmuseum organisiert. Wir sind sehr zufrieden damit, dass unsere Ideen und Engagements hier aufgegriffen und fortgeführt wurden und werden. Vielen Dank ! So kann sich Vernetzung und Zusammenarbeit in Oldenburg sehen lassen.

Ulrich Hartig

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18. Juni 2016

Was können wir voneinander lernen?
Was können wir gemeinsam bewegen?

Oldenburg will "Fair-Trade-Town" werden.Groningen ist es bereits.
Fair-Trade-Begegnungstreffen in Groningen/NL, der Partnerstadt Oldenburgs.

Herzlich willkommen, Frau Deufel!

Dr. Nicole Deufel wird neue Leiterin des Amtes für Museen, Sammlungen und Kunsthäuser in Oldenburg.

Die 42-Jährige tritt damit die Nachfolge von Dr. Friedrich Scheele an, der die Stadt Ende 2015 verlassen hatte. Nicole Deufel arbeitet derzeit bei einer Unternehmensberatung im Kultur- und Museumsbereich im schottischen Midlothian. Sie strebt einen zügigen Wechsel nach Oldenburg an, ein genauer Termin steht allerdings noch nicht fest.

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann erwartet neue Impulse für die städtischen Museen: „Frau Deufel bringt eine sehr gute Qualifikation und viel internationale Erfahrung mit nach Oldenburg, sie wird sicher neue Akzente in unserer Kulturarbeit setzen können. Dabei gehört die Neukonzeptionierung des Stadtmuseums zu den wichtigsten Aufgaben.“

Nicole Deufel stammt aus Albstadt in Baden-Württemberg. Sie studierte Kunst an der San Francisco State University (Abschuss: Master of Arts). Seit 2005 lebt und arbeitet sie, auch bereits in leitender Funktion im musealen Bereich, in Großbritannien. Sie hat an der London Global University promoviert, der Titel ihrer Doktorarbeit lautet: „Towards a critical heritage approach to heritage interpretation and public benefit: comparative case studies of England and Germany.”

Foto: Privat

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 Dr. phil. Hans-Peter Klausch ist tot.

Wir sind traurig mit den Angehörigen und allen, die ihn wertschätzten. Wir haben einen hervorragenden und unbestechlichen Arbeiter der Geschichte, der Erinnerung und der Aufklärung verloren. Wir sind dankbar dafür, dass wir ihn als Partner und Kollegen zur Seite hatten.

Für den Vorstand und die Mitglieder des Fördervereins internationales Fluchtmuseum e.V.

Ulrich Hartig

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Neue Veranstaltungsreihe vom Fluchtmuseum

FLUCHTURSACHEN

MILITÄRDIENST UND KRIEGSDIENSTVERWEIGERUNG  ÄGYPTEN

Donnerstag, 16. Juni 2016 - 19 Uhr

Veranstaltungssaal Klävemannstr. 16 (IBIS)

"Ich verweigere die Wehrpflicht und das Tragen von Waffen. Ich werde auch keine Proteste gewaltsam niederschlagen oder mich an Jungfräulichkeitstests von Aktivistinnen beteiligen. Deshalb weigere ich mich, im Dienste der Interessen der Herrschaft als eine Maschine für Unterdrückung und zum Töten benutzt zu werden.
Trotz meiner Ablehnung des Zwangsdienstes bin ich bereit, einen alternativen zivilen Dienst im Gesundheitswesen abzuleisten...."

...Ägypten erkwennt das Recht auf Kriegsdienstverweigerung nicht an.

Es gibt auch keine Möglichkeit, einen alternativen Dienst abzuleisten. Kriegsdienstverweigerer unterliegen auf verschiedene Art und Weise einer möglichen Strafverfolgung.

Unsere Gäste:

Mohamed F. und Rudi Friedrich, Referent von Connection e.V. und Übersetzer (Englisch-Deutsch)

Veranstalter: Förderverein internationales Fluchtmuseum e.V.

In Zusammenarbeit mit
Connection e.V. und IBIS-Interkulturelle Arbeitsstelle e.V.

 Eintritt frei, Spenden sind willkommen!

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Hier ein Beitrag von Hannah (19 ), den wir sehr gerne veröffentlichen

Sie hat bald ein Jahr in Tansania gelebt, gelernt und in der NGO Talisda Foundation gearbeitet. Unter dem Motto „Klimaschutz und Völkerverständigung“ wurde sie dabei von der DTP (Deutsch Tansanische Partnerschaft e.V.) begleitet.

Was mich mein Freiwilligen-Dasein über die Integration von Flüchtlingen gelehrt hat

Die Flüchtlingsströme in Deutschland verleihen dem Thema Integration einen aktuellen Anstrich. Ich als Freiwillige bin ja nun „Migrantin auf Zeit“. Machen wir also ein Gedankenspiel. Suchen wir in meinem Verhalten hier vor Ort nach Impulsen für einen guten Umgang mit Neuankömmlingen in Deutschland. Bestandsaufnahme. Ich versuche durchaus, mich zu integrieren, ich lerne fleißig Kiswahili, wohne mit einer Gastfamilie zusammen, besuche Familienfeste, esse Ugali mit den Händen , gewinne Freunde, trage bunte Stoffe, reise mit den abenteuerlichen Überlandbussen und verhandele entschlossen auf dem Markt. Auf der anderen Seite war ich immer sehr wild darauf mal wieder Pizza zu essen und in den Supermarkt zu gehen. Ich habe mich über Care-Pakete gefreut. Ich sehne mich schon mal danach mit meiner Mitfreiwilligen Jana wieder „richtig“ quatschen zu können und Party zu machen im „Weißen“- Club ist auch sehr lustig. Ich sehne mich nach mehr Körperkontakt und danach seltener angesprochen zu werden. Natürlich spreche ich mit meinen Mitfreiwilligen auch weiterhin Deutsch, trage meine Klamotten von Zuhause, höre deutsche Musik, lese deutsche Bücher. Ist ja alles verständlich, oder? In Deutschland gibt es häufig anspruchsvolle Forderungen an die Neuankömmlinge: Am besten sollen sie sofort fließend Deutsch sprechen, sich für deutsches Brauchtum begeistern, die Werte und Ansichten ihres bisherigen Leben hinter sich lassen, zu viel Kontakt zu Menschen aus dem gleichen Herkunftsland meiden (Ghettoisierung!), das deutsche Verwaltungssystem durchschauen und bloß nicht hilfsbedürftig werden. Oft werden halbwissende Vorurteile (Schmarotzer, Frauenfeinde, Kriminelle) für sachgemäße Einschätzung des Gegenübers gehalten.

Meine Erfahrung. Ständige Integration ist unglaublich anstrengend. Bestimmte kulturelle Normen werde ich nie ablegen können (z.B. mein Individualistisches Weltbild). Für bestimmte Traditionen wird mein Herz nie schlagen können (Taarab Musik). Bestimmte deutsche Kulturgüter werden immer essentieller Teil meiner Identität sein (Kölscher Karneval und konstruktive Kritik). Um bestimmte soziale Bedürfnisse zu befriedigen und Gesprächsthemen abzudecken, werde ich mich immer auf Kontakt mit Menschen aus meinem Kulturkreis freuen. Es wird lange dauern bis ich Kiswahili so virtuos und nuanciert nutzen kann wie Deutsch. Und egal wie lange ich hier bleiben würde, Vorurteile würden mir immer vorauseilen (kann kein Kiswahili, klug, reich, total unfähig im Alltagspraktischen).

Schlussfolgerung. Fundamental wäre ein größeres Verständnis dafür, dass das Leben in einem fremden Land verwirrend und Kräfte zehrend sein kann. Festhalten am Herkunftsland durch Musik, Essen, Kontakt zu Menschen aus dem gleichen Herkunftsland oder Sprache können in turbulenten Zeiten nötigen Halt geben. Gespräche, in denen nicht alle kulturellen Prämissen erst geklärt werden müssen, sind manchmal einfach einfacher. Eine Möglichkeit wäre es, neugierig zu werden und über das Fremde mehr erfahren.


Gemeinsames Gedenken und Erinnern am 4. Mai 2016 in Groningen

Eindrücke und  Photos unserer Groninger Partner_innen von  Arnold de Mejer/Groningen Plus

http://skgr.nl/index.php/nieuws/item/507-oldenburgers-actief-op-4-mei-herdenking-groningen

 

Die Einladung einiger Mitglieder von Groningen Plus, an den Veranstaltungen am 4. Mai zum Gedenken an die toten Bürger_innen und Soldaten des Niederländischen Königreichs, die in militärischen Konflikten umgekommen sind, teilzunehmen, nahmen wir gerne an:

Gerti Suntrup/Elke Harms-Kranich (Gedenkkreis Wehnen), Günter Heuzeroth, Kevin Mennenga (Koordinierungsstelle gegen Rechts-extremismus und Fremdenfeindlichkeit), Jürgen Halbfaß/Ulrich Hartig (Förderverein internationales Fluchtmuseum e.V

Aus dem reichhaltigen und vorbildlichen Programm „Open joodse huizen van verzet“ an dreizehn verschiedenen Lokalitäten im Stadtgebiet Groningen wählten wir den Besuch in der H.W. Mesdagstraat 72, in der Frau Hemminga über die Familie Van Gelder berichtete. In der Beschäftigung mit diesen Ereignissen habe sich ihr Leben verändert, so Frau Hemminga. Das hat uns tief beeindruckt. Ein Vertreter der Stichting Stolpersteine sprach über drei Widerstandskämpfer, die ihr Leben gaben, um andere zu retten.

Wir wurden überaus freundlich durch die Veranstalter und das Publikum empfangen und dass uns die Vortragenden ungefragt auch deutsche Übersetzungen ermöglichten, hat uns sehr berührt.

Den Besuch in der Oude Ebbingestraat 54 konnten wir leider sprachlich nicht gut verfolgen, aber Alice hat uns anschließend eine gute Zusammenfassung gegeben. Die Historikerin und Koordinatorin der Stichting Oorlogs- en verzetscentrum Groningen, Bettie Jongejan, berichtete mittels Filmdokumenten über Siet Gravendaal Tammens, die eine herausragende Rolle im Groninger Widerstand spielte.

Zum guten Schlusse besuchten wir unter sachkundiger Führung die Folkingestraat und die Synagoge. Ein dichtes und richtungsweisendes Programm und ein Hinweis auf mögliche ähnliche Veranstaltungsformate in Oldenburg.

Wir bedanken uns für die engagierte Mühe von Alice, Harm, Gert und Arnold, für die Zeit, die sie uns geschenkt haben, für die Einladung zum Mittagessen und die vielen kleinen inhaltsreichen, teilweise nachdenklichen Gespräche nebenbei.

Unsere Eindrücke und Erfahrungen werden wir in unseren Vereinen und Einrichtungen vermitteln und in einem nächsten Schritt für die Oldenburger Verhältnisse fruchtbar machen. Insbesondere junge Menschen wollen wir für ein zukünftiges gemeinsames Gedenken und Erinnern in Oldenburg und Groningen gewinnen. Angesichts der nationalistischen, rechtspopulistischen und faschistischen Entwicklungen in Europa, auch in Deutschland und den Niederlanden, eine notwendige Arbeit. Die Städtepartnerschaft Groningen – Oldenburg könnte hierbei ein Vorbild für andere bestehende Kommunalpartnerschaften im Kampf gegen das Vergessen und für eine offene, vielfältige, friedliche und gerechte Gemeinschaft sein.

 


 

Fluchtmuseum e.V. überreicht Oldenburger Stadtmuseum Ringschleife als Dauerleihgabe

Teilhabe hörbeeinträchtigter Menschen im Museum fördern

Um Besucherinnen und Besuchern mit Hörbeeinträchtigungen eine komfortablere Teilhabe an Veranstaltungen im Museum zu ermöglichen, hat das Stadtmuseum Oldenburg vom Förderverein internationales Fluchtmuseum eine sog. Ringschleifenanlage als Dauerleihgabe erhalten.

Ulrich Hartig, Vorsitzender des Fluchtmuseums, überreichte die Ringschleife am heutigen Montag, 11. April, an Museumsleiter Dr. Andreas von Seggern.

Die mobile Anlage besteht aus einer Ringinduktionsschleife, die elektromagnetisch die Akustiksignale an Hörgeräte, Cochlea Implantate oder spezielle Kopfhörer (sog. Kinnbügelhörer) weiterleitet.

"Für uns bedeutet der neue Ringschleifenverstärker, dass wir bei unseren Veranstaltungen im Bedarfsfall hörbeeinträchtigten Menschen ein möglichst ungetrübtes Hörerlebnis ermöglichen können“, sagt Andreas von Seggern und betont: „Wir bedanken uns ausdrücklich beim Verein Internationales Fluchtmuseum und seinem Vorsitzenden Ulrich Hartig, mit dem das Stadtmuseum immer wieder vertrauensvoll und konstruktiv zusammenarbeitet. Der künftige Einsatz der Ringschleife im Museum unterstreicht unseren Anspruch, uns in den Inklusionsprozess der Stadt wirksam einzubringen.“

" Wir möchten in erster Linie die Inklusionsbestrebungen des Stadtmuseums fördern“, erklärt Ulrich Hartig und führt aus: „Unser Verein sucht als Bürgerinitiative die inhaltliche und organisatorische Nähe zum Stadtmuseum. Insofern profitieren auch wir durch die ständige Verfügbarkeit der Ringschleifenanlage bei unseren Veranstaltungen im Museum.“

Auch Peter Dresen, Fachstelle Inklusion der Stadt Oldenburg,  begrüßt diesen Einsatz beider Institutionen und hofft auf weitere Inklusionsideen.

Bildhinweis:

Bei der Übergabe der Ringschleife: (v.l.) Ulrich Hartig (Fluchtmuseum), Dr. Andreas von Seggern (Leiter des Stadtmuseums) und Peter Dresen (Fachstelle Inklusion der Stadt Oldenburg). Foto: Stadtmuseum


Lesung und Gespräch mit

Sineb El Masrar

Emanzipation im Islam -

Abrechnung mit ihren Feinden

Freitag, 22. April 2016, 19.30 Uhr

Städtisches Kulturzentrum PFL, Peterstraße, Oldenburg

Eintritt 5 €, erm. 3 €

 

„Die Quelle des Fortschritts und das Fundament im Islam sind eindeutig weiblich“, sagt Sineb El Masrar.

Nur weil seit Generationen männliche Dominanz herrscht und das Patriarchat sich als hartnäckiges Konzept behauptet, bedeutet das nicht, dass es auch gut so ist.

Muslimas müssen endlich den Mut haben, ihre Rechte einzufordern.

Ohne Kompromisse – so ihr Credo.

Dem ist der Förderverein internationales Fluchtmuseum e. V., Oldenburg, nachgegangen.

Gefördert durch die Stadt Oldenburg, Stabsstelle Integration und die Gleichstellungs-beauftragte und begleitet durch die Buchhandlung LIBRETTO, traf Frau El Masrar, begrüßt und moderiert durch Frau Amani Souleyman, auf ein Publikum von knapp 40 Menschen.

Nach dem Vortrag einiger wesentlicher Textpassagen durch Frau El Masrar kam es im Gespräch mit dem Publikum zu durchaus kontroversen Positionen, insbesondere durch die Interventionen einiger älterer Damen und Herren aus dem Tätigkeitsfeld ehrenamtlicher Flüchtlingsbetreuung und Deutschkurse, die die Ansichten der Autorin teilweise erheblich infrage stellten.

Die Veranstalter mussten zudem erkennen, dass die Anwesenden nicht das erwartete und gewünschte Publikum waren. Trotz intensiver Werbung für die Veranstaltung auch bei den Migrant_innen-Selbstorganisationen war es ein fast ausschließlich nichtmigrantisches Publikum. Über diesen Effekt und Sachverhalt gilt es, für ähnliche Themenstellungen und Veranstaltungen, nachzudenken und Schlüsse daraus zu ziehen.

 Diese „Verweigerung“ kommentiert möglicherweise die juristische Einwendung von Milli Görüs (Deutsch: Nationale Sicht), aufgrund dieser die bereits ausgelieferten Exemplare des Buches durch den Verlag einzuziehen sind und die neue Auflage erst wieder mit den geschwärzten beanstandeten Textpassagen auf den Markt zu bringen ist.

Dennoch: Positionen und Haltungen wie diejenigen von Frau El Masrar, quellensicher und kompetent begründet, sollten den Diskurs über Gesellschaft, Staat und Religion, insbesondere mit dem Focus auf die individuelle Selbstbestimmung, weiterhin und stets befeuern.

Sineb El Masrar wurde 1981 als Tochter marokkanischer Einwanderer in Hannover geboren. 2006 gründete sie das multikulturelle Frauenmagazin Gazelle, war in der Arbeitsgruppe „Medien und Integration“ im Kanzleramt und Mitglied der Deutschen Islam Konferenz. Sie lebt heute in Berlin. Zuletzt erschien „Muslim Girls. Wer sie sind, wie sie leben“.

Büchertisch:  Buchhandlung LIBRETTO


Schulkooperationen


Clemens Schneider, Lehrer am Graf-Anton-Günther Gymnasium des Landkreises Oldenburg lud gemeinsam mit Schüler*innen eines 9. Jahrgangs Flüchtlinge und Migrant*innen in den Unterricht ein.

Der Förderverein internationales Fluchtmuseum hat gerne diese Einladung aufgegriffen und weitergegeben.

Im November 2015 konnte die Klasse sieben Menschen aus dem Iran, aus Albanien und  aus der Yezidischen Gemeinde Oldenburg begrüßen und sich mit den unterschiedlichsten Flucht- bzw. Migrationsgründen und Lebens-situationen vertraut machen.

In anschließender Gruppenarbeit wurden Interviews für eine schulinterne Radiosendung aufgenommen.

Alle Beteiligten waren und wurden überzeugt, wie wichtig es ist, nicht über die Geflüchteten, sondern mit ihnen zu sprechen und im persönlichen Gespräch ein wenig in die jeweiligen Lebens- und Denkwelten einzutauchen und sich meinungsunabhängiger  zu machen.

Wir hoffen auf Wiederholungen - mit dem GAG und mit anderen Schulen.

Foto: Clemens Schneider 


 

Phönix aus der Asche...

Die Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung soll wieder "auferstehen". Diese  Ankündigung aus dem Koalitionsvertrag von  SPD und Bündnis 90/Die Grünen im Lande Niedersachsen inspirierte den Förderverein internationales Fluchtmuseum, zu einem öffentlichen Austausch mit Marco Brunotte, MdL Nds./SPD einzuladen, der mit seiner grünen Kollegin, Julia Hamburg, für die Umsetzung der Forderung zuständig ist.

Am 4. März versammelten sich in den Räumen von Arbeit und Leben Oldenburg Vertreterinnen und Vertreter folgender Vereine und Institutionen: Arbeit und Leben, Förderverein intern. Fluchtmuseum, Gedenkkreis Wehnen, Koordinierungsstelle gegen Rechts, Jugendkulturarbeit, IBIS-Interkulturelle Arbeitsstelle, Koordinierungsstelle Inklusion und Koordinierungsstelle Erinnerungs- und Gedenkkultur (beide Stadt Oldenburg). Hinzu kamen auch Wolfgang Wulf, Ulf Prange, MdL, Nds. (beide SPD) und Susanne Menge, MdL, Nds. (B90/Die Grünen).

Die Berichterstattung und der Austausch untereinander ergaben die große Bereitschaft aller Beteiligten, den Dialog zwischen Hannover und Oldenburg zu pflegen und sich auf eine gemeinsame, konstruktive, kreative und professionelle Zusammenarbeit einzulassen.

Die Jugendkulturarbeit, vertreten durch Gina Schumm, und der Förderverein internationales Fluchtmuseum, vertreten durch Ulrich Hartig, stellen sich zur Verfügung, die Kommunikation unter den Beteiligten zu verstetigen und den Bedarf der politischen und historischen Bildungspartner*innen zu ermitteln und zu diskutieren.


Wir dürfen gespannt sein...!

Fluchtmuseum ist Mitglied von: Deutsche Vereinigung für politische Bildung e.V.

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Städtepartnerschaft mit Groningen wird vertieft

Besuch von „Groningen Plus“ in Oldenburg ergibt konkrete Ergebnisse für Austausch, Partnerschaft und gemeinsame Projekte

Gerti Suntrup (Gedenkkreis Wehnen), Günter Heuzeroth (Autorenteam für kritische Geschichtsschreibung in WeserEms), Gert Los, Harm Jansen, Alice Henkel (Groningen Plus), Jürgen Halbfaß, Juliane Litsch-Landfried (Fluchtmuseum), Elke Harms-Kranich (Gedenkkreis Wehnen), Ulrich Hartig, Hilmar Froelich (Fluchtmuseum)

 Drei aktive Mitglieder des Vereins Groningen Plus (... organiseert activiteiten en evenementen en reizen op het gebied van participatie, educatie en ontmoeting) folgten der Einladung des Fördervereins internationales Fluchtmuseum zum Erfahrungsaustausch über gesellschafts-politische Engagements in Oldenburg und Groningen und zur Planung gemeinsamer Aktivitäten und Projekte in bisher wenig berücksichtigten Themenfeldern.

 Auch der Gedenkkreis Wehnen (Gedenkstätte “Alte Pathologie”) kam der Einladung in den Veranstaltungssaal von IBIS-Interkulturelle Arbeitsstelle nach, um über Erinnerungs- und Gedenkkonzepte hierzulande und bei unseren Nachbarn zu sprechen. Ebenso standen der Faire Handel, die Entwicklungspolitik und der jeweilige Umgang mit Geflüchteten zur Diskussion.

 Als erstes Ergebnis wurde ein Besuch in den Weltläden Groningen und Haaren verabredet, zu dem auch das Ökumenische Zentrum Oldenburg, aber auch das biz (Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung), eingeladen werden. Daneben steht auf der Wunschliste der Besuch der Folkingestraat mit der Synagoge und den erstmals verlegten “Stolpersteinen” in Groningen.

 Alle Beteiligten sprachen sich für nachhaltige, langfristige und inklusive Aktivitäten aus.

Oldenburg, 25.02.2016, Fotos: IBIS e.V.

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 F L U C H T W E G E

  •  Fluchtwege sind Verkehrswege, an die besondere Anforderungen zu stellen sind und die der Flucht aus einem möglichen Gefährdungsbereich und in der Regel zugleich der Rettung von Personen dienen.
  • Fluchtwege führen ins Freie oder in einen gesicherten Bereich. Fluchtwege, Notausgänge und Notausstiege müssen ständig freigehalten werden, damit sie jederzeit benutzt werden können.Fluchtwege sind deutlich erkennbar und dauerhaft zu kennzeichnen.
  • Fluchtwege sind in Abhängigkeit von vorhandenen Gefährdungenanzuordnen.
  • Die Mindestbreite der Fluchtwege bemisst sich nach der Höchstzahl der Personen, die im Bedarfsfall den Fluchtweg benutzen. Die  Mindestbreite des Fluchtweges darf durch Einbauten oder Einrichtungen nicht eingeengt werden.
  • Am Ende eines Fluchtweges muss der Bereich im Freien bzw. der gesicherte Bereich so gestaltet und bemessen sein, dass sich kein Rückstau bilden kann und alle über den Fluchtweg flüchtenden Personen ohne Gefahren aufgenommen werden können.

Auszüge aus:

Technische Regeln für Arbeitsstätten, „Fluchtwege und
Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan“, ASR A2.3, August 2007, zuletzt geändert GMBl 2014


Wir haben einen neuen Vorstand!

Ulrich Hartig
Vorsitzender

Juliane Litsch-Landfried
Schriftführerin

Dr. Petra Schönemann-Behrens
stellv. Vorsitzende

Hinrich Speckmann
Kassenwart

...ein Beirat wird gebildet.


 

 Aktuelles zum ERINNERUNGSBUCH

 

Pressemitteilung vom 27. Mai 2014, Autoren Jörg Paulsen und Ahlrich Meyer


Das Schicksal der jüdischen NS-Opfer aus Oldenburg ist Gegenstand einer neuen Internetseite unter der Adresse www.erinnerungsbuch-oldenburg.de


Im November 2013 wurde die ›Gedenkwand zur Erinnerung an die jüdischen Opfer der Nationalsozialisten in Oldenburg‹ vor dem Kulturzentrum PFL eingeweiht. Das große öffentliche Interesse und die kritische Diskussion, die dadurch ausgelöst wurden, waren Anlass für ein Angebot, das ergänzende Informationen zu den Lebens- und Leidenswegen der 167 auf dem Mahnmal genannten Todesopfer bereit stellt. Dazu haben die Autoren des 2001 in der Bremer Edition Temmen erschienenen ›Erinnerungsbuches‹, Jörg Paulsen und Ahlrich Meyer, ihre damaligen Forschungsergebnisse aktualisiert, erweitert und für das Internet aufbereitet.
Die einzelnen Biographien enthalten u.a. Angaben zu Familienangehörigen und deren Schicksal, zu Berufen und Adressen sowie zu Verbleib und Verfolgungsgeschichte. Soweit auch die Quellen online zugänglich sind, wurden sie verlinkt. Neben dem namentlichen Zugang gibt es Register für die Oldenburger Wohnadressen, für die sonstigen Wohn- und Verfolgungsorte sowie für die Deportationen, mit denen die meisten der Opfer ab 1941 in die Ghettos und Lager im besetzten Osteuropa transportiert wurden.
Die ›Gedenkwand‹ war wegen der dort eingeschriebenen letzten Oldenburger Anschriften kritisiert worden, weil es sich dabei häufig um Zwangsadressen gehandelt habe. Online sind daher neben Zuzugs- und Fortzugsdaten zusätzlich auch alle anderen bekannten Meldeadressen und -zeiträume angegeben. Darüber hinaus werden die inzwischen entdeckten Detailfehler der ›Gedenkwand‹ berichtigt und sieben noch fehlende Todesopfer benannt.
Erstmals in dieser Form wird außerdem das Schicksal der 53 namentlich bekannten Kinder dargestellt, die zwischen 1937 und 1940 die jüdische Volksschule in Oldenburg besuchten. Sie war auf Initiative des letzten Landesrabbiners Leo Trepp eingerichtet worden und hatte als Schulbezirk das gesamte damalige Land Oldenburg. Von den über 20 Fahrschülerinnen und -schülern, die deswegen in Oldenburg zur Schule gingen, wurden ebenfalls später viele ermordet.

Tafel erinnert an die Familie de Vries. FOTO: Beate Lama

In diesem Haus habe die jüdische Familie de Vries gelebt, sagt eine schlichte Plexiglastafel am Hauseingang der Cloppenburger Straße 109. Es ist die erste Erinnerungstafel für eine jüdische Familie in Oldenburg. „Wir möchten mit unserem Projekt weitere Initiative anregen, nachzuforschen und sich zu erinnern“, sagt Ulrich Hartig vom Förderverein internationales Fluchtmuseum e.V. 

Im Erinnerungsbuch von Jörg Paulsen, einem Verzeichnis der von der nationalsozialistischen Judenverfolgung betroffenen Einwohner der Stadt Oldenburg zwischen 1933 und 1945, ist er fündig geworden. Aufbauend auf einer Idee und ersten Recherchen der Mitarbeiter von Werkstattfilm e.V. war es im Jahr 2001 erschienen. Neben dem Personenverzeichnis finden sich dort Fotografien, Personen- und Straßenregister. Der Förderverein hofft mit dem Projekt nach eigenen Angaben einen Beitrag zu leisten zu einer alltäglicheren Erinnerungskultur. Die Familie de Vries aus der Cloppenburger Straße 109 hat den Holocaust überlebt, sie verließ Deutschland frühzeitig und wanderte nach Palästina und Uruguay aus. Zurückgekehrt ist sie nicht.

 

aus: Geschichte mitmachen/O1 vom 04.07.2011